Honigbienen in alter Zeit

 

Bienen und Pharaonen

Nach einem Mythos entstanden die Bienen aus den Tränen von Re (Sonnengott). Deshalb sind Abbildungen von Bienen auch in Heiligtümern ägyptischer Tempel zu finden. Der Beiname: "Fürst Biene" wurde oft den Königsnamen vorangestellt. Daher wurde später dieser Beiname als allgemeines Symbol der Ahnenkönige verstanden. Die Biene war ein symbolträchtiges Tier und wurde in Unterägypten zum Wappentier erkoren. Bei der Reichseinigung wurde die Biene in den Bestand der ägyptischen Schriftzeich-en aufgenommen. Dabei wurde sie neben der Binsenhieroglyphe, die Oberägypter zum Ideogramm ihres Reiches gewählt hatten, gleich zum wichtigsten Schriftzeichen überhaupt, zur Königshieroglyphe. Sie wird seit der ersten Dynastie dem eigentlichen Namen des jeweiligen Pharaos vorrangig. Wörtlich übersetzt, bekam der Thronname damit die klangvolle Einleitungsformel: 

 

     Der, welcher zur Binse (Oberägypten) und zur Biene (Unterägypten) gehört.

 

Bereits die alten Ägypter haben nachweislich schon vor über 5000 Jahren Bienen in Röhren aus gebranntem Ton gehalten. Der Honig fand im alten Ägypten als Heilmittel Verwendung, aber auch als Nahrungsmittel und Zusatz in Salben. Auch fand das Propolis bei der Einbalsamierung der Mumien Anwendung.


 

Bienen im Mittelalter

Die Zeidlerei (auch Zedlerei genannt) war im Mittelalter das berufsmäßige Sammeln von Honig wilder Bienenvölker. Die Männer die diesen Beruf ausübten wurden Zeidler (steht für Honigsammler oder Waldimker) genannt.  Das Wort zeideln stammt vom lateinischen „excidere“ („herausschneiden“) und wurde über das altdeutsche zu „zeideln“ („Honig schneiden“).

Ein Zeidler hat berufsmäßig wilde Bienenvölker aufgespürt und deren Honig geerntet. Im frühen Mittel-alter war der Honig das einzige Süßungsmittel. Auch das Wachs war für die Kerzenherstellung sehr begehrt. Vor allem Klöster benötigten Kerzen zur Beleuchtung ihrer Schreibzimmer.

Die Zeidlerei war sehr geachtet, deshalb wurden den Zeidlern ( 1 ) besondere Rechte eingeräumt.

Z.B. die Erlaubnis zur Führung einer Waffe (Armbrust). Sie trugen eine spezifische grüne Tracht mit der typisch langen Zipfelmütze.

Die Vorsteher trugen als Zeichen ihrer Stellung einen weißen Stab.


 

Imkern mit Bienenkörben

 

Herstellung eines Bienenkorbs 

 

Die Korbimkerei

Frühjahrsarbeiten in einer Korbimkerei

Autor Kleindienst-Andrée, Dore

In der Imkerei Georg Klindworth in Langenfelde bei Sittensen werden die Korbvölker nach der Überwinterung kontrolliert und für die Frühjahrswanderung ins Alte Land vorbereitet. Dort werden sie für drei bis vier Wochen auf kleinen Wanderständen in den Obstplantagen (Kirsche, Birne, Apfel) aufgestellt und vorerst mit Futterteig versorgt. Pollen- und Nektarsammeln. Bei wöchentlichen Kontrollgängen entfernt der Imker Drohnenbau und vorzeitige Weiselzellen und gleicht die Volksstärke aus.


Arbeiten zur Zeit der Vorschwärme

Autor Kleindienst-Andrée, Dore

Die mehrwöchige Schwarmzeit der Heidebienen beginnt Anfang Juni mit dem Abgehen der Vorschwärme. In der Imkerei Georg Klindworth in Langenfelde bei Sittensen werden die schwarmbereiten Korbvölker in dem am Gehöft gelegenen Bienenstand gesammelt. Sobald ein Vorschwarm mit der alten Königin den Korb verläßt, fängt der Imker ihn in einem vorgesteckten Schwarmfangbeutel ein. Nachdem die Bienen im Beutel eine Schwarmtraube gebildet haben, werden die Vorschwärme zum Verkauf in Versandkisten gefüllt.


Sommerarbeiten zur Zeit der Heideblüte

Autor Kleindienst-Andrée, Dore

In der Imkerei Georg Klindworth in Langenfelde bei Sittensen werden im August folgende Arbeiten ausgeführt: Vorbereitung der Einwanderung, Wanderung in die Heidegebiete, Fütterungsmaßnahmen bei Trachtpausen und vor Beginn der Hauptblüte, Kontrollgänge zu den Heideständen.

 

 


Gewinnung von Heidehonig

Autor Kleindienst-Andrée, Dore

Im Spätherbst wird aus den eingelagerten Honigkörben Heidehonig geerntet. Die Waben werden zerteilt. Sie liefern Scheibenhonig, der abgewogen und eingepackt wird, Wachsstücke (für die Wachsgewinnung) und Honigzellen ohne Deckel. Aus letzteren wird in einer hölzernen Gewindepresse ("Stader Presse") Preßhonig gewonnen; er wird gereinigt und abgefüllt.

Vorbereitungen auf die Schwarmzeit

Autor Kleindienst-Andrée, Dore

Nach der Frühjahrswanderung erhalten die Korbvölker der Imkerei Georg Klindworth in Langenfelde bei Sittensen auf den heimischen Außenständen künstliche Futtergaben. Für die Schwarmzeit der Bienen werden die Imkergerätschaften hergerichtet: Schwarmfangbeutel werden kontrolliert und Teile für Versandkisten angefertigt; Körbe werden repariert, mit Leitwachsstreifen und hölzernen Speilen versehen und neu mit Kuhdung abgedichtet.


Arbeiten zur Zeit der Nachschwärme

Autor Kleindienst-Andrée, Dore

In der Imkerei Georg Klindworth in Langenfelde bei Sittensen wird im Juni mit Hilfe der Nachschwärme der Bestand etwa verdreifacht: Korbkontrolle, Sammeln der Schwarmtrauben in leeren Körben, Völkerbildung und Abfütterung, Bildung einer Königinnenreserve.

 

 

 

 


Herbstarbeiten

Autor Kleindienst-Andrée, Dore

In der Imkerei Georg Klindworth in Langenfelde bei Sittensen werden die nach der Heidetracht anfallenden Arbeiten an den Bienen vorgenommen: Aussuchen und Verstärken der Standvölker für die Überwinterung sowie Auffüttern. Vorbereiten der Körbe für die Honig- und Wachsgewinnung durch Abstoßen der Bienen und Ausschwefeln. Fertigmachen der Verkaufsvölker zum Versand.


Wachspressen

Autor Kleindienst-Andrée, Dore

In der Imkerei Georg Klindworth in Langenfelde bei Sittensen wird Ende des Sommers aus Wabenresten Wachs gepreßt: Heizen von Schmelz- und Wasserkessel, Schmelzen des Rohwachses zusammen mit Wasser, Wachspressen in der hölzernen "Stader Presse" mit Hilfe von Preßtüchern, Trennung von Wachs und Wasser im Sammel-Klärbottich, Wachsgießen in Formen, Überarbeiten der Wachsblöcke und Stapeln auf dem Speicherboden.